Kategorie-Archiv: Oberösterreich

Neonazi-Konzert bei FPÖ-naher Burschenschaft „Germania Ried“?

– Rechtsextreme berichten über Konzert von „Fylgien“ bei „Germania Ried“ in Oberösterreich
– Berliner Verfassungsschutz: „Fylgien“ wirbt für Nationalsozialismus
– Brandenburger Verfassungsschutz: „Rechtsextremistische Hass-Musik“
– FP-Landesrat Podgorschek bei „Germania Ried“
– Offenbar auch Besuch bei Hitlergeburtshaus in Braunau

Ein Eintrag auf der facebook-Seite des neonazistischen „Netzradio Germania“ aus dem Wuppertal könnte auf einen Skandal ersten Ranges hinweisen. Am 15. Mai 2017 postete man:

(screenshot: facebook-Seite des „Netzradio Germania“)

Dem Beitrag sind mehrere Fotos beigefügt. Einige zeigen Soldatengedenkstätten in der Region. Ein weiteres zeigt einen Herrn in Camouflage-Hose und T-Shirt des neonazistischen „Netzradio Germania“ vor dem Hitlergeburtshaus in Braunau. Dabei dürfte es sich um Moderator „Enne“ handeln. Eines zeigt offenbar den Werbeflyer für die Veranstaltung, hier noch mal genauer:

(screenshot: facebook-Seite des „Netzradio Germania“)

„Fylgien“ wird auf dem Flyer nicht namentlich genannt, die Rede ist vom „wohl bekanntesten Balladensänger Deutschlands“. Es ist wohl eher ungewöhnlich ein Konzert mit einem anscheinend in diesen Kreisen sehr bekannten Sänger zu veranstalten, ohne diesen namentlich zu nennen. Dies und die erforderliche Anmeldung deuten auf einen konspirativen Charakter der Veranstaltung hin. Das Logo (in Burschenschafterkreisen „Zirkel“) im Hintergrund ist das korrekte Logo der Mittelschülerverbindung „Germania Ried“. Solche Details lassen einen „Fake“ äußerst unwahrscheinlich erscheinen.
Die Kontaktdaten auf dem Foto des Flyer sind übermalt, bei Vergrößerung ist die Mailadresse jedoch noch gut erkennbar:

(screenshot: facebook-Seite des „Netzradio Germania“)

Es handelt sich um aktivitas@germania-ried.at – der offiziellen Mailadresse der „Germania Ried“. Auf der Burschenschafter-Seite des „Landes Delegierten Convent Oberösterreich“ wird diese angegeben, samt Kontaktperson:

(screenshot: http://www.ldc-ooe.at)

Bei Wolfgang Kitzmüller handelt es sich um einen FPÖ-Politiker. Seine Gattin Anneliese Kitzmüller ist Dritte Nationalratspräsidentin und war eine Verhandlerin bei der Entstehung der schwarz-blauen Koalition auf Bundesebene. Wolfgang Kitzmüller ist „Alter Herr“ der „Germania Ried“.

Wer ist „Fylgien“?

Fylgien alias Sebastian Döhring ist ein deutscher Neonazi-Aktivist und Musiker. Er ist zumindest seit 2006 aktiv. Er ist Mitglied der neonazistischen NPD, für die er auch schon kandidierte. Er gab zahlreiche Konzerte im rechtsextremen Milieu, auch für militante Nazi-Organisationen wie „Blood and Honour“ und deren terroristischen Flügel „C 18“:

Der Berliner Verfassungsschutz zählt ihn zu den „sehr aktiven rechtsextremistischen Liedermachern“. Weiter heißt es: „Im Lied „Ein deutsches Schicksal“ (…) wirbt er für einen nationalsozialistisch geprägten Staat“ (siehe hier).

2011 wurde seine CD „Mein Glaube heißt Deutschland“ unter anderem wegen Kriegsverherrlichung von der deutschen „Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien“ indiziert.

Nach seinem Umzug nach Brandenburg 2016 wird er vom dortigen Verfassungsschutz beobachtet. Dieser nennt ihn im Verfassungsschutzbericht 2016 unter der Rubrik „Rechtsextremistische Hass-Musik“. Über die darin gelisteten Neonazis schreibt man: „Alle genannten Bands sowie Liedermacher verbreiten – teils offen, teils verdeckt – rechtsextremistische, antisemitische sowie fremdenfeindliche Propaganda, hetzen gegen ihre politischen Gegner und Polizisten und stacheln zu Gewalt an. Auf Konzerten kommt es immer wieder zu strafbaren Handlungen wie das Rufen von „Sieg Heil” und „Heil Hitler”. Auch der verbotene Hitler-Gruß wird gezeigt.“ (siehe hier)

Was ist das „Netzradio Germania“?

Ein rechtsextremes Internet-Radio, dass seit 2007 existiert. Zwischenzeitlich betrieb man auch einen Versandhandel, kam jedoch mit den Gesetz in Konflikt. Es kam zu einer Verurteilung des Betreibers, u. a. weil er CDs mit Liedern wie „Adolf Hitler lebt“ vertrieben hatte. Das Radio bietet rechtsextreme Musik, dazu gibt es Interviews mit führenden Aktivisten der deutschen Neonazi-Szene.

Wer ist verantwortlich?

Die neonazistische Ausrichtung Fylgiens ist nicht zu bestreiten. Es ist anzunehmen, dass sie den Verantwortlichen für das Konzert in Ried durchaus bekannt war. So wurde es auch nur verdeckt beworben, der Name des Musikers wurde am Flyer nicht genannt, etc… doch wer ist verantwortlich?
Obmann des Vereins „AcSV Germania zu Ried im Innkreis“ ist (Funktionsperiode seit 24. 3. 2018 – ob diese auch vorher schon im Amt waren ist nicht bekannt) Klaus Ducho, Stellvertreter Harald Ducho (FPÖ Haag am Hausruck). Als Kontaktperson wird vom „Landes Delegierten Convent Oberösterreich“ wie erwähnt Wolfgang Kitzmüller genannt. Im Februar wurde Christoph Mösenbacher als Germania-Vertreter in den Medien genannt. Ohne Zweifel eine große Rolle bei der „Germania“ spielt „Sicherheitslandesrat“, FPÖ Ried-Bezirksparteiobmann und Gemeinderat Elmar Podgorschek. Er ist nach wie vor auf sehr vielen Veranstaltungen der „Germania“ zu sehen. Laut „meineabgeordneten.at“ war er dort von 1972 bis 1977 als Mittelschüler aktiv, ab 1988 „Altherrenobmann“, und ist oder war „Schriftwart“ hier)

Zu Gast bei der „Germania Ried“ waren in den letzten Jahren auch der „Krone“-Kolumnist Tassilo Wallentin, Edwin Hintsteiner von den „Identitären“ und die nunmehrige Außenministerin Karin Kneissl.

Auf eine Bitte um Stellungnahme hat die „Germania“ nicht reagiert.

Thomas Rammerstorfer

26. Juni 2018: Buchpräsentation „Graue Wölfe“ in Linz

Buchpräsentation und Diskussion

Die rechtsextremen „Graue Wölfe“ spielen in der Türkei und innerhalb der türkisch-stämmigen Communities in der EU nach wie vor eine wichtige Rolle. Straff organisierte Parteikader einerseits und subkulturell inspirierte Jugendgangs finden sich unter dem gemeinsamen ideologischen Dach türkischer Großmachtsphantasien.

Rammerstorfer versucht in seinem Buch ein objektives Bild der Bewegung zu zeichnen. Ohne Verharmlosung, ohne Skandalisierung. Auch die Situation in Linz, wo die „Grauen Wölfe“ traditionell gute Kontakte in die Politik pflegen, wird Thema sein, ebenso wie die aktuelle Lage in der Türkei, wo die „Grauen Wölfe“ als Unterstützer Erdoğans aktiv sind.

Thomas Rammerstorfer ist freier Journalist und Autor mit den Themenschwerpunkten (Rechts-)Extremismus, Migration und Türkei.
Moderation: Marina Wetzlmaier

Dienstag, 26. Juni 19:30

Altes Rathaus der Stadt Linz
Hauptplatz 1, 4020 Linz

Bizarre Allianzen: Türkische und österreichische Parteien. Nicht immer arbeitet zusammen, was zusammengehört.

Wo die Linzer SPÖ ist, ist auch meistens ein Herr Irfan Ünsal zu finden. Beispielsweise am 1. Mai-Aufmarsch 2018, wo er ein Grüppchen unentwegter Schwenker roter Fahnen (mit weißem Halbmond) anführte. Herrn Ünsal kennt kaum jemand außerhalb, dafür nahezu jeder in den Communities türkisch-stämmiger rechts und ganz weit rechts Stehender. Der Journalist betreibt eine Vielzahl von Facebook-Seiten und anderen Social Media-Kanälen, ist Korrespondent des türkischen Senders Avrupa 7. Regelmäßig ist er auch politisch im Einsatz, und zwar gleich für zwei Parteien, die SPÖ und die AKP. Diese Doppelrolle ist bekannt und stört anscheinend da wie dort niemanden. Zwischendurch dokumentiert Ünsal »terroristische Aktivitäten«, etwa von kurdischen Menschenrechtsorganisationen, ist bei Anti-Israel-Demos zu finden und so gut wie bei jeder Kermes und jeder Demo von AnhängerInnen des politischen Islams und/oder Rechtsextremer. 2015 tingelte er wochenlang mit Klaus Luger und den AKP-nahen SPÖ-KandidatInnen durch die Lebenswelten türkisch-stämmiger MitbürgerInnen und erstellte Werbevideos für die Sozialdemokratie. Er tritt auch als Redner bei AKP-Veranstaltungen auf, wo er sich bevorzugt mit dem Gruß der Muslimbruderschaft fotografieren lässt. Auf Facebook postet er gerne Verschwörungstheorien. Fethullah Gülen, Lieblingsfeind von Recep Tayyip Erdoğan, wird da mal als Jude, mal als Armenier enttarnt.

Weiter gehts hier

Thomas Fatzinek: Die Schönheit der Verweigerung

Ein paar Zeilen über die Schlichtheit der Schönheit: Eine kleine Rezension und eine große Empfehlung

Vorweg: Als Freund und auch Laudator von Thomas Fatzinek (siehe hier) bin ich natürlich kein neutraler Rezensent. Dennoch kann ich sagen: Meine Gefühle für dieses Buch sind ehrlich und ich würds nicht über den grünen Klee loben, wenn es nicht dort hingehören würde.

Der neue Band von Comic-Meister Tommy Fatzinek befasst sich mit Krieg, KZ und Widerstand im Salzkammergut und dem Ausseer Land, vor allem in der Region um das Tote Gebirge. In Tusche und Aquarell liefert der Band biographische Skizzen und kleine Geschichten über die wenig bekannten „PartisanInnen der Berge“. Neben dem populären Sepp Plieseis würdigt Fatzinek die weniger bekannten HeldInnen wie Marianne Feldhammer, Agnes Primocic oder Maria Ehmer. Er erzählt vom KZ Ebensee. Es erzählt vom „Igel“, dem Versteck der Verfolgten im Toten Gebirge, und seinen BewohnerInnen: von jenen, die lieber ein Leben in Fels, Eis und Schnee und steter Todesgefahr lebten, als sich den Nazis zu beugen.

Fatzinek verzichtet in Wort und Bild auf jede Effekthascherei. Wer die Region kennt, bemerkt aber einige Male die Liebe zu geographischen Details. Es ist ein schlichtes, ein bescheidenes Buch, und das macht seine Größe aus. Man kann es in einer halben Stunde lesen, wird es aber wieder zur Hand nehmen. Am besten vor Ort. Das Buch nimmt sich selbst nicht so wichtig. Sein Thema umso mehr.

Thomas Fatzinek: Die Schönheit der Verweigerung. Biographische Skizzen des Widerstandes im Salzkammergut
Bahoe Books, Wien 2018

30. Mai 2018: Buchpräsentation „Graue Wölfe“ in Wels

Buchpräsentation und Diskussion

Mittwoch, 30. Mai 19:00
Die Grünen Wels
Rainerstrasse 8, 4600 Wels

Die rechtsextremen „Graue Wölfe“ spielen innerhalb der türkisch-stämmigen Communities in Deutschland und Österreich nach wie vor eine wichtige Rolle. Die Erscheinungsformen haben sich ausdifferenziert: Straff organisierte Parteikader einerseits, subkulturell inspirierte Jugendgangs mit Rebellenhabitus andererseits, finden sich unter dem gemeinsamen ideologischen Dach türkischer Großmachtsphantasien.
Thomas Rammerstorfer versucht in diesem Band ein objektives Bild des türkischen Rechtsextremismus in Deutschland und Österreich zu zeichnen. Ohne Verharmlosung ebenso wie ohne Skandalisierung.

Thomas Rammerstorfer ist freier Journalist mit den Themenschwerpunkten (Rechts-)Extremismus, Migration und Türkei.

Moderation: Marina Wetzlmaier

Elfriede-Grünberg-Preis 2017: Laudatio auf Kathrin Quatember

Ist zwar schon ein paar Monate her, gehört aber noch publiziert 🙂

Elfriede-Grünberg-Preis 2017: Laudatio auf Kathrin Quatember

von Thomas Rammerstorfer

Einer der vielen, vielen Vorteile, einer Mitarbeit bei der Welser Initiative gegen Faschismus ist, dass man Menschen, die man gern kennlernen möchte, einfach zu einem Vortrag, oder, wie in diesem Fall, vielleicht sogar zu einer Preisverleihung, einladen kann.
So freut es mich besonders, dass Kathrin Quatember heute bei uns ist und den Grünberg-Preis bekommt. So nebenbei erwähnt, und wenn ich alle familiären Verflechtungen der bisherigen Preisträgerinnen und Preisträger richtig einschätze, ist es das erste mal dass zwei Generationen einer Familie den Preis bekommen. Kathrins Vater Wolfgang Quatember hat den Preis schon vor 14 Jahren, 2003, erhalten. Coole Familie.
Bevor ich mich der Kathrin widme, möchte ich ein paar Worte zu Ebensee sagen, ein Ort der sie sicherlich prägte, in dem sie unter anderem als Gemeinderätin wirkt, und wo sie natürlich auch wohnt. Das ist jetzt auch ein bisschen einen Vorgeschmack auf einen Text, den ich Kathrin für ihren Blog schon lange versprochen habe… über Ebensee.
Sieben Jahre lang, von meinem siebten bis zu meinem vierzehnten Lebensjahr verbrachte meine Familie ihre Sommerurlaube in Ebensee. Unsere Pension befand sich in einer Siedlung auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers. So verstörend es sich anhört, am meisten für mich selbst: Wenn wir durch das heute noch stehende Eingangstor des KZs fuhren, wusste ich, wir waren endlich angekommen, nun hat der Urlaub begonnen. Dort, wo 40 Jahre zuvor 8500 Menschen ermordet wurden. Erst viele Jahre später wurde mir klar, dass manche alteingesessene „EmseerInnen“ den Ortsteil immer noch schlicht als „KZ“ bezeichnen. Noch nicht klar ist mir, was ich davon halten soll. Jedenfalls haben mich die Urlaube in Ebensee und die abendliche Spaziergänge am KZ-Friedhof wohl auch ein bisschen politisch mitgeprägt.
Viele EbenseerInnen haben sich in einer unnachahmlichen Art und Weise der Vergangenheit gestellt. Früher und intensiver als andere „belastete“ Orte. Und man darf sich in Ebensee sogar mit aktuellem Rechtsextremismus auseinandersetzen, nicht nur mit den toten Nazis. Ich erinnere mich etwa an einen Vortrag von mir zum Thema im Kino Ebensee 2009. Ebensee hatte damals ein Problem mit einer Neonazi-Gruppe im Ort. Anstatt zu vertuschen und zu verharmlosen hat man sich dem Problem gestellt. Zu dem Vortrag kamen über 100 ZuhörerInnen, der Bürgermeister persönlich hat ein Vorwort gesprochen. Das habe ich sehr, sehr, sehr selten so erlebt. Mittlerweile rufen Politiker ja nur mehr an, wenn ich wo referiere.
So, das war der obligatorische Gag zum Thema „Vortragsabbruch“ – kommen wir nun zum eigentlichen Objekt unserer Würdigung. Kathrin Quatember. Geboren 1984. In Linz – also sie ist auch nicht ohne Fehler.
Mit 17 Jahren begann sie ihre Mitarbeit im Zeitgeschichtemuseum Ebensee, vielen von euch sicher bekannt, allen sei bei dieser Gelegenheit hier der Besuch dieser Institution ans Herz gelegt. Es folgte bzw. fand parallel statt ein Studium der Geschichte in Salzburg, abgeschlossen mit einer Diplomarbeit über die Rezeption Franz Jägerstätters.
Von 2007 bis 2012 war Kathrin zertifizierte Museumsvermittlerin in der Dokumentation Obersalzberg, dem vom Münchner Institut für Zeitgeschichte eingerichteten Lern- und Erinnerungsort an Hitlers ehemaligem Feriendomizil.
Zwischendurch und nebenbei jede Menge Mitarbeit an unterschiedlichsten Vermittlungsprogrammen zur Zeitgeschichte, Forschungsarbeit und journalistische Tätigkeiten.
Doch Kathrin Quatember hat sich längst nicht nur auf Wissenschaft und Gedenkarbeit beschränkt. Sie hält Vorträge zu aktuellen Phänomenen des Rechtsextremismus, bietet Argumentationstrainings gegen Stammtischparolen an und ist eine leidenschaftliche Nutzerin der „Sozialen Medien“. Auf ihrem Blog fireredfriederike schreibt sie nicht nur zu ihren fast in die Wiege gelegten Stammthemen, auch der Kampf für Frauenrechte, Medienkritik, Sozialpolitik, (sozial-)kritisches auch über „ihre“ Partei, die SPÖ, eine Menge Regionalia aus dem Salzkammergut kommen mal als seriöse Analysen, aber auch mal als sehr persönliche Kommentare. In der tristen oberösterreichischen Medienlandschaft ein echter Lichtblick. Hier stimmt das Herz, hier stimmt das Hirn.
Man folgt ihr auch gern auf twitter und hat sie als facebook-Freundin: Weil sie eine stets engagierte, stets kluge, aber nie eine neunmalkluge, Kommentatorin der aktuellen Geschehnisse ist.
Das alles und noch viel mehr hat die Kathrin Quatember schon gemacht. Das ist wirklich – auch angesichts Deines ja noch fast jugendlichen Alters – beeindruckend. Und drum sind wir der Meinung, dass Du eine große Bereicherung für die antifaschistische Bewegung bis und eine ausgesprochen würdige Preisträgerin bist!

Mehr von ihr:
https://fireredfriederike.com

18. 9. 2017: Stille Machtergreifung. Hofer, Strache und die Burschenschaften

Buchpräsentation mit Hans Henning Scharsach

Norbert Hofers Präsidentschaftswahlkampf war ein Lehrstück einer von Burschenschaften konzipierten populistischen Kampagne. Mit eisernem Lächeln täuschte er erfolgreich über die von ihm vertretenen rechtsextremen Standpunkte hinweg. Doch das ist nur die Speerspitze einer Entwicklung, die fast unbemerkt von der österreichischen Öffentlichkeit vor sich geht: Ein kleiner, verschworener Kreis hat die FPÖ in Besitz genommen, zentrale Funktionen in Bundespartei, Parlament und Landesverbänden sind fest in den Händen von Burschenschaftern.

Hans-Henning Scharsach untersucht die engen Verflechtungen Norbert Hofers, Heinz-Christian Straches und ihrer Weggefährten mit den Burschenschaften. Seine akribische Recherche taucht tief in deren antisemitische und nationalsozialistisch geprägte Geschichte ein. Er analysiert ihr politisches Instrumentarium, das sich mit Hasskampagnen und systematischer Verbreitung von Unwahrheiten über alle Regeln der Fairness hinwegsetzt. Anhand belegbarer Zahlen, Daten und Fakten zeigt Scharsach auf, was Österreich droht, wenn deutschnationale, schlagende Burschenschafter an die Macht kämen.

Montag, 18. September 2017, 18.45

im FREIRAUM, Altstadt 8, 4600 Wels

Moderation: Thomas Rammerstorfer

Eine Veranstaltung der Welser Initiative gegen Faschismus